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Krank – und keiner sieht’s: Leben mit unsichtbaren Erkrankungen

Warum dieser Artikel interessant für Dich sein könnte

Nicht jede Erkrankung ist sichtbar. Der Artikel zeigt, warum Betroffene oft auf Unverständnis stoßen und wie Unterstützung und Begleitung helfen können.

19.02.2026

Text: Corina Wießler

Ob Angststörung, Depressionen oder Long Covid – all diesen Problemen ist gemeinsam, dass man sie den Betroffenen nicht ansieht. Wer nach außen hin „normal“ wirkt, stößt häufig auf wenig Verständnis, wenn der Alltag nicht mehr zu bewältigen ist.

„Du siehst doch ganz gesund aus!“ Wer an Multipler Sklerose, Diabetes, Fibromyalgie oder Autismus leidet, kann oft nicht mit viel Anteilnahme rechnen. In unserer Gesellschaft wird häufig nur das geglaubt, was sichtbar ist. Ist das nicht der Fall, wird die Erkrankung schnell infrage gestellt oder bagatellisiert.

Unsichtbare Erkrankungen: Betroffene stoßen oft auf Unverständnis

Ein Rollstuhlfahrer, der einen gekennzeichneten Parkplatz nutzt, stößt meist auf Akzeptanz. Anders sieht es aus, wenn jemand mit einer nicht sichtbaren Beeinträchtigung auf eine Behindertentoilette angewiesen ist. Um hier mehr Verständnis zu schaffen, gibt es das grüne Schlüsselband mit gelben Sonnenblumen. Es signalisiert freiwillig, dass eine nicht sichtbare Erkrankung oder Behinderung vorliegt und möglicherweise mehr Zeit, Hilfe oder Verständnis nötig ist.

Ein weiteres Problem ist die Stigmatisierung seelischer Erkrankungen. Symptome wie Erschöpfung oder Konzentrationsprobleme sind schwer einzuordnen, da sie auch Gesunde betreffen können. Im Arbeitsalltag fällt es oft schwer, schwankende Leistungsfähigkeit richtig einzuschätzen. Fehlendes Verständnis kann zusätzlichen Stress erzeugen und die Erkrankung weiter verschärfen.

Unsichtbare Erkrankungen: Patientenbegleitung der Bosch BKK

Auch Behörden, Krankenkassen und die medizinische Versorgung stehen vor besonderen Herausforderungen. Symptome sind nicht immer eindeutig messbar. Umso wichtiger sind offener Dialog, Zuhören und individuelle Lösungen. Genau hier setzt die Patientenbegleitung der Bosch BKK an. Sie unterstützt Menschen dabei, sich im Gesundheits- und Sozialwesen zurechtzufinden, Fragen zu klären und nächste Schritte zu planen.

Angemessen reagieren

  • Zuhören und Raum geben, damit Betroffene erklären können, wie es sich anfühlt, mit der Erkrankung und deren Folgen zu leben.
  • Geduld beim Warten, das unkomplizierte Freigeben eines Platzes oder das Zurückhalten vorschneller Bewertungen sollten selbstverständlich sein. Wer eine spezielle Einrichtung nutzt, hat meist einen Grund.
  • Ein respektvoller Umgang miteinander erleichtert es Betroffenen, notwendige Hilfen zu nutzen – ohne erklären zu müssen, warum sie darauf angewiesen sind.
  • Hilfe anbieten, nicht aufzwingen: Kurz fragen – und eine Ablehnung akzeptieren.
  • Verständnis zeigen, auch wenn Einschränkungen nicht sichtbar sind: Manche Menschen brauchen mehr Zeit oder Ruhe als sichtbar ist.