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Wechseljahre: Ein neuer Lebensabschnitt

Wechseljahre

Text: Bianca Menzel; Fotos: Adobe Stock/Yuliia, Adobe Stock/Соседова Анастасия, Adobe Stock/AlesiaKan, Adobe Stock/fizkes, Adobe Stock/deagreez

Wechseljahre – in diesen Jahren des Wechsels verändert sich im Körper einer Frau so einiges. Der Wechsel von den fruchtbaren Jahren in die unfruchtbaren Jahre kann belastende Symptome hervorrufen, jedoch auch gute Veränderungen mit sich bringen. Wir geben einen Überblick über Begriffsdefinitionen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten.

Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen: Frauen in ihrer Lebensmitte fühlen sich oftmals auf die hormonelle Umstellung in ihrem Körper nicht richtig vorbereitet, fühlen Ungewissheit, was auf sie zukommt. Das Problem: Es wird nicht oft genug und ausreichend darüber gesprochen. Ein Fehler. Sind einem die körperlichen Veränderungen und ihre Auswirkungen schließlich klar, können schon im Voraus die einen oder anderen Sorgen aus dem Weg geräumt werden.

Aber alles auf Anfang: „Klimakterium“ ist der medizinische Fachbegriff für die im Volksmund bekannten „Wechseljahre“. Die Wechseljahre stehen für eine Zeitspanne von mehreren Monaten oder sogar Jahren, während die Menopause einen endgültigen Zustand beschreibt. Somit ist der Begriff „Pause“ eher irreführend.

In der Zeitspanne vor und nach der letzten Regelblutung befinden sich Frauen in den Wechseljahren, die meistens in einem Alter ab Mitte 40 eintreten. Ein Übergang von jenem Lebensabschnitt, indem eine Schwangerschaft möglich ist, hin zu der Lebensphase, in der Frauen keine Kinder mehr bekommen können. Was passiert dabei im Körper?

Die Eierstöcke produzieren nach und nach weniger Geschlechtshormone, der Eisprung bleibt öfters aus. Die Fruchtbarkeit nimmt ab und die Monatsblutungen kommen unregelmäßiger. Die Zyklen sind anfangs oft kürzer, später oft länger. Schließlich hören die Monatsblutungen ganz auf.

Phasen der Menopause
Was geschieht vor und nach der Menopause im Körper?

Phasen der Menopause

Klicke hier für eine größere Ansicht der Infografik.

Menopause: Die letzte Monatsblutung

Die allerletzte Monatsblutung einer Frau wird Menopause genannt. Diese tritt im Durchschnitt ungefähr im Alter von 51 auf. Das Alter kann aber von Frau zu Frau unterschiedlich sein und ist nicht ganz eindeutig definierbar. Bei manchen Frauen hört die Periode schon im Alter von 45 oder früher auf. Andere erleben die Menopause erst mit Mitte 50. Wer sich nicht ganz sicher ist, kann durch eine Hormonuntersuchung beim Frauenarzt erfahren, ob die Wechseljahre bereits begonnen haben. Nötig ist so ein Test normalerweise nicht. Stoppt die Blutung vor dem 40. Lebensjahr, handelt es sich um eine vorzeitige Menopause. Die Ursachen hierfür sind oft nicht eindeutig.

In den Wechseljahren ändert sich der Spiegel der weiblichen Geschlechtshormone „Progesteron“ und „Östrogen“. Progesteron gehört zu der Gruppe der Gestagene, den weiblichen Sexualhormonen, und ist jenes Hormon, welches die Gebärmutter auf die Schwangerschaft vorbereitet und für ihre Aufrechterhaltung verantwortlich ist. Östrogene sind weibliche Hormone, die an der Steuerung des Menstruationszyklus beteiligt sind. Durch die Umstellung der Hormone kann es zu Symptomen wie Hitzewallungen oder Schweißausbrüchen kommen. Außerdem können die Schleimhäute im Genitalbereich dünner und trockener sowie anfälliger für Verletzungen und Infektionen werden.

Weitere Symptome können Schlafstörungen, Antriebslosigkeit, innere Unruhe oder Gewichtszunahme sein. Bei letzterem gilt jedoch: Auch Männer im mittleren Lebensalter legen oftmals an Gewicht zu. Der Grund dafür: Mit den Jahren sinkt bei beiden Geschlechtern der Kalorienbedarf, die Muskelmasse verringert sich. Wer sich also nicht ausreichend bewegt und nicht auf eine ausgewogene Ernährung achtet, nimmt zwangsläufig zu.

Frau fühlt sich wohl
Durch die Hormonumstellung kann es zu verschiedenen Symptomen kommen – Therapien können helfen.

Vor- und Nachteile einer Hormontherapie mit dem Arzt besprechen

In den Wechseljahren steigt außerdem das Risiko für die Knochenkrankheit Osteoporose sowie für Krankheiten von Herz und Gefäßen. Aber keine Sorge: Auch hier gilt, wer sich gesund ernährt und entsprechend bewegt, kann dadurch selbst gegensteuern. Ob und wie stark Frauen schließlich unter Wechseljahrbeschwerden leiden ist sehr unterschiedlich. Ein Drittel aller Frauen kommt gut damit zurecht und hat keine oder kaum Probleme.

Sollten die Symptome jedoch stärker ausfallen, gibt es unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten. Wer beispielsweise sehr ausgeprägt unter Hitzewallungen und Schweißausbrüchen leidet, kann sich für eine Hormontherapie entscheiden. Sie ersetzt teilweise Hormone, die der Körper selbst nicht mehr produziert und kann so Beschwerden lindern.

Ob Hormone im Einzelfall sinnvoll sind und wenn ja, in welcher Form, sollte unbedingt mit dem behandelten Arzt besprochen werden. Vor- und Nachteile sollten gemeinsam und individuell abgewogen werden.

Frau fächert sich Luft zu
Im Durchschnitt machen Frauen im Alter von 51 die ersten Erfahrungen mit Wechseljahrbeschwerden – eine gesunde Ernährung und Bewegung können vorbeugen.

Wechseljahre: Auch pflanzliche Präparate können Beschwerden lindern

Bei einer Hormontherapie wird grundsätzlich zwischen einer Monotherapie und einer Kombinationstherapie unterschieden. Während bei einer Monotherapie nur Östrogene verabreicht werden, wird bei einer Kombinationstherapie eine Mischung aus Östrogen und Gestagen eingesetzt. Da Östrogene allein das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut zu stark anregen würden und das Risiko für Gebärmutterkörperkrebs erhöhen, wird in der Regel eine Kombinationstherapie empfohlen. Wenn bei einer Frau jedoch die Gebärmutter entfernt ist, gibt es meist keinen Grund mehr für Gestagene.

Hormonpräparate gibt es in Tablettenform, als Pflaster, Gel oder Nasenspray. Außerdem kann man auch auf pflanzliche Präparate zurückgreifen. Dazu gehören zum Beispiel die Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa) und der Mönchspfeffer (Agnus castus). Die Inhaltsstoffe der Pflanzen sollen regulierend in den weiblichen Hormonhaushalt eingreifen. Eindeutig wissenschaftlich belegt ist diese Wirkung jedoch nicht.

Gegen Schlafstörungen kommen Baldrian, Hopfen, Melisse oder Passionsblume infrage. Übrigens: Auch bei pflanzlichen Medikamenten können Neben- und Wechselwirkungen auftreten. Deswegen gilt auch hier: Vor- und Nachteile der Therapie mit dem Arzt besprechen.

Auf was darfst Du Dich nach der Menopause freuen?

Nach dem Eintritt der Menopause sind Menstruationsbeschwerden Geschichte und Hygieneartikel können aus dem Badezimmer verbannt werden. Damit einher geht, dass sich Frauen keine Gedanken mehr darüber machen müssen, schwanger zu werden.

Mit der Menopause eröffnet sich meistens eine angenehme Phase und Du kannst Dich als Frau nochmal ganz neu definieren. Die Reife bringt Dir Lebensfreude und Gelassenheit – nutze die gewonnene Zeit, befasse Dich mit Hobbys oder probiere einen Gesundheitskurs aus.