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Safer Sex schützt vor sexuell übertragbaren Krankheiten

Rotes Herz in den Händen

Fotos: Getty Images, Adobe Stock/Pixel-Shot, Adobe Stock/Eloisa Ramos Stocksy, Adobe Stock/JackF; Text: Bianca Menzel

Sex ist bekanntlich die schönste Nebensache der Welt, dabei kann jeder Mensch im Laufe seines Lebens mit einer sexuell übertragbaren Infektion in Kontakt kommen. Wie man sie erkennt und wie man sich am besten schützen kann.

Ungewöhnlicher oder unangenehm riechender Ausfluss, Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen, Juckreiz, Veränderungen wie Rötungen der Schleimhaut oder Unterleibsschmerzen: All das können Symptome einer sexuell übertragbaren Infektion (STI, für den englischen Begriff Sexually Transmitted Infections) sein.

Die gute Nachricht: Je früher eine Infektion erkannt und behandelt wird, umso größer sind die Heilungschancen. Schließlich können zwar nicht alle, aber die meisten sexuell übertragbaren Infektionen bekämpft werden. Wichtig ist der frühzeitige Besuch bei seiner Ärztin oder seinem Arzt und die Mitbehandlung der Sexualpartner, um Folgeschäden zu vermeiden, die bis zur Unfruchtbarkeit reichen können.

Die Art der Behandlung kommt dann ganz auf den Erreger an. Sexuell übertragbare Infektionen werden vor allem beim Geschlechtsverkehr übertragen und können durch verschiedene Erreger verursacht werden. Erreger können Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten sein.

HPV als Hauptauslöser für Gebärmutterhalskrebs

Durch Bakterien werden beispielsweise Syphilis, Gonorrhö (auch als Tripper bekannt) und Chlamydien-Infektionen ausgelöst. In die Gruppe der Viren gehören die humanen Immundefizienz-Viren (HIV), das Hepatitis-B-Virus (HBV), Herpes-Viren und Humane Papillomviren (HPV), die als Hauptauslöser für Gebärmutterhalskrebs gelten.

Pilze können eine vaginale Pilzinfektion, wie beispielsweise einen Hefepilz, auslösen. Trichomonaden sind wiederum einzellige Parasiten, die vor allem die Schleimhäute in der Harnröhre und Vagina befallen.

Damit Sex für alle Beteiligten die schönste Nebensache der Welt bleibt und die Gesundheit dabei nicht gefährdet wird, kann einiges getan werden. An erster Stelle steht natürlich Safer Sex: Darunter versteht man in erster Linie die Verwendung eines Kondoms – gilt auch für Sexspielzeug. Denn durch den direkten Kontakt mit den Schleimhäuten am Penis, in der Vagina und im Anus, ist der ungeschützte Geschlechtsverkehr einer der Hauptübertragungswege von HIV und anderen STI.

Junger Mann wird geimpft
Auch Jungen zwischen 9 und 14 können sich auf Kosten der Kasse gegen HPV impfen lassen.

Femidome, das Kondom für die Frau

Neben Kondomen als wohl bekanntestes Verhütungsmittel reihen sich noch Femidome – das Kondom für die Frau – ein. Femidome bestehen aus einer etwa 18 cm langen, hauchdünnen Kunststoffhülle mit einem offenen und geschlossenen Ende. An beiden Enden befinden sich bewegliche Ringe.

Der vordere Ring liegt außerhalb der Vagina vor den großen Schamlippen, der hintere wird in die Vagina eingeführt und liegt vor dem Muttermund. Auch beim Analverkehr können Femidome eingesetzt werden und sind außerdem eine Alternative, wenn ein Mann die Erektion mit dem Kondom nicht halten kann.

Für Schutz beim Oralverkehr sorgen Dental Dams, auch Lecktücher genannt. Das ebenso hauchdünne, 15 Zentimeter breite und 15 bis 25 Zentimeter lange Tuch wird zum Beispiel auf die Vagina gelegt und verhindert so die Aufnahme von Scheidenflüssigkeit und Menstruationsblut in den Mund.

Frau öffnet ein Femidom
Femidome, Lecktücher und Co. Finde heraus, welche Verhütung Euch schützt.

Prävention sexuell übertragbarer Krankheiten: Screening, Vorsorge, Impfstoffe

Neben den genannten Verhütungsmitteln sind noch weitere Präventionsmaßnahmen zu nennen. Für manche Erreger gibt es beispielsweise Screening-Programme. So können sich Frauen unter 25 Jahren einmal jährlich kostenlos über die Krankenversicherung auf Chlamydien testen lassen, auch ohne das Auftreten von Symptomen. Auch bei einem Schwangerschaftsabbruch gehört ein Chlamydien-Test zur Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenversicherung.

Gegen das Hepatitis-B-Virus und HPV können bereits in jungen Jahren Impfstoffe verabreicht werden. Die Impfung gegen HPV sollte am besten vor dem ersten Geschlechtsverkehr erfolgen. Deshalb wird sie für Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren empfohlen und auch von den Krankenkassen übernommen. Die Bosch BKK geht darüber noch hinaus: Da sie alle Impfleistungen bezuschusst, die vom behandelnden Arzt empfohlen werden, können sich Bosch BKK-versicherte Jugendliche über 14 die Impfkosten von der Bosch BKK bezuschussen lassen.

Zur gynäkologischen Krebsfrüherkennung bei Frauen zwischen 20 und 34 gehört außerdem der sogenannte Pap-Abstrich, der einmal im Jahr durchgeführt wird und auf veränderte Schleimhautzellen testet. Frauen ab dem Alter von 35 Jahren können alle drei Jahre einen Pap-Abstrich und einen HPV-Test in Anspruch nehmen.

Die Grundimmunisierung gegen Hepatitis B erfolgt in der Regel in den ersten 14 Lebensmonaten. Ist dies nicht erfolgt, wird Jugendlichen im Alter von 9-17 Jahren eine Grundimmunisierung empfohlen.

Teenager beim Arzt
Männer wenden sich bei Beschwerden am besten als erstes an ihren Hausarzt bzw. ihre Hausärztin. Geschlechtskrankheiten können durch Dermatologinnen und Dermatologen sehr gut erkannt und behandelt werden.

Medikament für HIV-negative Menschen

Im Hinblick auf HIV gibt es seit einigen Jahren die sogenannte HIV-Prä-Expositions-Prophylaxe (PrEP). Dieses Medikament ist für HIV-negative Menschen geeignet, die ein erhöhtes Risiko haben, sich mit HIV anzustecken. Zudem gibt es auch die Post-Expositions-Prophylaxe (PEP). Dabei werden zeitnah nach einem Risikokontakt über vier Wochen lang HIV-Medikamente eingenommen, um eine Ansteckung zu verhindern.

Themen offen ansprechen

Manche Patientinnen und Patienten tun sich schwer, ihren Arzt offen anzusprechen, wenn sie zum Beispiel Beschwerden im Genitalbereich haben oder den Verdacht, sich eine sexuell übertragbare Infektion zugezogen zu haben. Gynäkologen und Urologen sind es allerdings gewohnt, über diese Themen zu sprechen und sind gut auf solche Gespräche eingestellt. Wer möchte, kann für eine erste diskrete und vertrauliche Beratung auch ein Online-Facharztgespräch mit dem Online-Arzt der Bosch BKK vereinbaren. Wie das für Bosch BKK-Versicherte funktioniert, erfahrt Ihr hier.

Der Im Blick Gesundheitspodcast Folge 3: Sexuell übertragbare Krankheiten

Über Geschlechtskrankheiten zu sprechen ist meist ein Tabu-Thema. Wir machen es trotzdem! Gynäkologe Dr. med. Konstantin Wagner spricht mit uns unter anderem über Scham, welche Infektionen es gibt und wie Du Dich schützen kannst.

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