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Pflicht oder freiwillig versichert?

Privat oder gesetzlich versichert?
Detailinformationen zum Thema

Was sollte vor einem möglichen Wechsel in die private Krankenversicherung (PKV) bedacht werden?

Männlich, jung, ledig, keine Kinder, sucht: eine Krankenversicherung. Für manch einen, auf den diese Beschreibung passt, klingen die Angebote der privaten Versicherer verlockend. Jahre später sieht die Bilanz häufig anders aus: So geht die Zeitschrift Finanztest davon aus, dass sich die Prämien eines 35-Jährigen, der in 30 Jahren in Rente geht, mindestens verdreifachen werden. Neben steigenden Prämien machen sich ggf. auch eigene Beiträge für Kinder oder einen nicht berufstätigen Partner bemerkbar. Da eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) allerdings nur in Ausnahmefällen möglich ist, sollte nicht nur die aktuelle, sondern auch die langfristige Lebensplanung berücksichtigt werden.

Hier eine Checkliste wichtiger Fragen zum Wechsel in die private Krankenversicherung (PKV):

  • Kann ich mir vorstellen, eine Familie zu gründen?

In der GKV sind Kinder in Schulausbildung und Studierende bis 25 Jahre kostenlos mitversichert, ebenso wie Ehepartner, deren Gesamteinkommen monatlich 405 Euro bzw. 450 Euro bei Minijobs nicht übersteigt. In der PKV muss dagegen jedes Familienmitglied einzeln versichert werden. Was oft vergessen wird: Ist ein Ehepartner in der PKV und der andere verbleibt in der GKV ist eine kostenfreie Familienversicherung in den seltensten Fällen möglich, nämlich nur dann, wenn der gesetzlich Versicherte mehr verdient.

  • Bleibt mein Einkommen stabil?

Privat Versicherte müssen auch während eines Krankengeldbezugs, in Elternzeit und Teilzeit Beiträge in voller Höhe bezahlen – ggf. auch den bisher vom Arbeitgeber getragenen Anteil. Gesetzlich Versicherte sind in den ersten beiden Fällen kostenfrei weiterversichert. Bei ärztlichen, zahnärztlichen oder sonstigen Heilbehandlungen müssen privat Versicherte die Rechnung zunächst selbst bezahlen und sich die Kosten im Nachhinein von ihrer Versicherung erstatten lassen. Der Erstattungsbetrag steht erst im Nachhinein fest.

  • Welche Beiträge erwarten mich im Alter?

Jüngere Versicherte profitieren in der PKV von günstigen Beiträgen, mit zunehmendem Alter steigen die Beiträge aber teilweise deutlich an. Daher sollte berücksichtigt werden, ob sich die heutige Ersparnis auch langfristig rechnet. Die einkommensabhängigen GKV-Beiträge sinken bei einem niedrigeren Einkommen im Alter, zum Beispiel einer Rente. Scheidet ein heute berufstätiger Versicherter später aus dem Berufsleben aus, steigen die PKV-Prämien ohne Rücksicht auf das Einkommen weiter an.

  • Wie sieht mein Gesundheitszustand aus?

Die Beiträge der privat Versicherten richten sich nach Alter und Gesundheitszustand. So können Krankheiten zu Risikozuschlägen oder dem Ausschluss bestimmter Leistungen führen. Während die PKV Versicherte auch ganz ablehnen kann, sind die gesetzlichen Kassen zur Aufnahme neuer Mitglieder unabhängig von deren Gesundheitsstatus verpflichtet.

  • Welche Leistungen sind mir wichtig?

In der PKV stellt jeder Versicherte weitgehend selbst zusammen, welche Leistungen er versichern möchte. Beachten sollte man, dass nicht alle GKV-Leistungen automatisch auch in der PKV versichert sind, zum Beispiel Reha-Leistungen, Kinderkrankengeld, Mutterschaftsgeld, Mutter-/Vater-Kind-Vorsorge, Haushaltshilfe oder Psychotherapie.

  • Welche Prämienentwicklung ist zu erwarten?

Aktuell steigen die Beiträge in der GKV wieder leicht an. Allerdings sind auch in der PKV weiterhin deutliche Prämiensteigerungen zu verzeichnen. Grund sind die steigenden Gesundheitskosten und die immer älter werdende Bevölkerung, die auch an den privaten Krankenversicherungen nicht vorbei gehen.

  • Kann ich zu einem späteren Zeitpunkt wieder in die GKV wechseln?

Es gibt oft keinen Weg zurück! Der Wechsel in die PKV ist eine Entscheidung für das Leben. Der Gesetzgeber hat hier absichtlich einen Riegel vorgeschoben, um die Solidargemeinschaft zu schützen. Wer in jungen Jahren Geld sparen möchte und das System verlässt, der soll im Alter nicht profitieren können.

In aller Regel müsste bei einem privat versicherten Arbeitnehmer das Jahresgehalt für einen längeren Zeitraum unter die Versicherungspflichtgrenze von derzeit 57.600 Euro sinken oder eine Arbeitslosigkeit eintreten. Bei schon langjährig in der PKV versicherten Personen (Stichtag 31.12.2002) liegt die Grenze für den Wiedereintritt von Versicherungspflicht sogar aktuell bei 52.200 Euro (2017). Außerdem muss die betreffende Person noch jünger als 55 Jahre sein.

Zu diesen und ggf. weiteren Überlegungen beraten Sie unsere Kundenberater individuell und persönlich. Sprechen Sie uns gerne an!