Arzneimittel

Detailinformationen zum Thema
  • Übersicht

    Alles Wichtige zum Thema Arzneimittel

    Generell übernimmt die Bosch BKK die Kosten für verschreibungspflichtige Arznei- und Verbandmittel, die Ihnen Ihr Arzt verordnet.

    Weitere Informationen

    Hier finden Sie Informationen wer sich von Zuzahlungen befreien lassen kann und Tipps, wie Sie Medikamente richtig und sicher anwenden.

     

    Von der Zuzahlung befreit sind Versicherte:

    • unter 18 Jahren,

    • die Mittel gegen Schwangerschaftsbeschwerden oder im Zusammenhang mit einer Entbindung erhalten,

    • die Mittel aufgrund eines anerkannten Arbeitsunfalls oder einer anerkannten Berufskrankheit erhalten,

    • die Mittel wegen anerkannter Kriegsleiden erhalten.

    Ärztlich verordnete Blutzucker- und Harnteststreifen sind ebenfalls von der Zuzahlung befreit.

    Merkblatt: Arzneimitteltherapie sicher und erfolgreich gestalten

     

    Nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel

    Nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel, zum Beispiel bei Erkältung, Reisekrankheit oder Abführmittel, dürfen wir leider nicht übernehmen. Dies gilt auch für potenzsteigernde Mittel oder zur Raucherentwöhnung. Ausnahme: Bei schweren Erkrankungen kann der Arzt nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel verordnen. Für Kinder bis 12 Jahre und Jugendliche mit Entwicklungsstörungen bis 18 Jahre dürfen wir die Kosten dafür übernehmen.

     

    Festbeträge bei Arzneimitteln

    Festbeträge sind Höchstbeträge, die bei Arzneimitteln von der Kasse erstattet werden. Sie werden vom so genannten „Gemeinsamen Bundesausschuss“ festgelegt, der sich aus Vertretern der Ärzte und Krankenkassen zusammensetzt.

    Der Arzt hat die Wahl zwischen mehreren therapeutisch gleichwertigen Präparaten, die er auf Kosten der Krankenkasse verschreiben kann. Verordnet Ihnen Ihr Arzt ein Medikament das den Festbetrag übersteigt, tragen Sie – als Versicherter – neben der Zuzahlung den Mehrpreis. Dies gilt auch für Versicherte unter 18 Jahren. In diesem Fall muss Ihr Arzt Sie auf Ihre Zuzahlungspflicht hinweisen.

     
     
  • Rabattverträge

    Win-Win-Situation für Versicherte und die Bosch BKK: die Rabattverträge

    Die Ausgaben für Arzneimittel steigen jedes Jahr. Das belastet das Budget der Krankenkassen und führt schlimmstenfalls zu höheren Beiträgen.

    Trotz steigender Kosten ist es unser Ziel, Ihnen die benötigten Medikamente in gewohnter Qualität anzubieten. Wir haben daher mit Arzneimittelherstellern Verträge geschlossen, in denen Preisnachlässe vereinbart werden - so genannte „Rabattverträge“. In diesen Verträgen verpflichtet sich die Kasse, vorrangig Medikamente eines bestimmten Herstellers abzunehmen und erhält dafür einen Preisnachlass. Das gesparte Geld steht dann der Krankenkasse für andere Gesundheitsmaßnahmen zur Verfügung.

     

    Welche Auswirkung haben Rabattverträge für Sie?

    Ihre Apotheke muss Ihnen bevorzugt rabattierte Arzneimittel abgeben. Wichtig: Sie bekommen in jedem Fall den vom Arzt verschriebenen Wirkstoff, es wird lediglich der Hersteller ausgetauscht.

    Verordnet Ihr Arzt auf dem Rezept ein bestimmtes Medikament mit einem Kreuz auf dem so genannten „Aut-Idem“-Feld, ist ein Austausch ausgeschlossen. Sollte Ihre Apotheke mal kein rabattiertes Präparat vorrätig haben, wird sie es schnell besorgen oder Ihnen ein anderes Präparat geben.

     

    Qualität ist gewährleistet

    Alle Hersteller von Arzneimitteln müssen die Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit der Medikamente beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte nachweisen, um eine Zulassung in Deutschland zu erhalten. Somit ist garantiert, dass alle Arzneimittel einen hohen Qualitätsstandard haben.

     

    Rabattverträge in der Praxis

    Lösen Sie in der Apotheke ein Rezept ein, prüft der Apotheker, ob die Bosch BKK für den verordneten Wirkstoff einen Rabattvertrag hat. Falls ja, gibt Ihnen der Apotheker ein Arzneimittel von einem Hersteller mit dem wir einen Rabattvertrag haben – es sei denn, in einem medizinisch begründeten Einzelfall hat der Arzt den Austausch des Medikaments ausgeschlossen. Das neue Medikament kann sich von dem Bisherigen optisch unterscheiden. Die enthaltenen Wirkstoffe, deren Wirkstärke und die Qualität bleibt aber erhalten.

    Versicherte können auch ein anderes als das Rabatt-Präparat wählen. Sie bezahlen das Arzneimittel in der Apotheke und erhalten von der Bosch BKK die Kosten erstattet. Für die entgangenen Einsparmöglichkeiten und Verwaltungskosten wird von der Kasse ein bestimmter Betrag von der Kostenerstattung einbehalten.

     
  • Fragen und
    Antworten












  • Arzneimittel-
    Glossar
    Begriff Erläuterung
    Analogpräparat/
    Me-too-Präparat
    Ein Analogpräparat, oft auch Me-too-Präparat genannt, ist ein Arzneimittel mit keinen oder nur marginalen Unterschieden zu bereits eingeführten Präparaten.
    Arzneimittel-Rabattverträge Seit 2003 haben die Krankenkassen die Möglichkeit, mit Arzneimittel-Herstellern kassenspezifische Rabattverträge abzuschließen. Durch die Rabattverträge soll der Wettbewerb im Arzneimittelmarkt verstärkt werden.
    Aut Idem Aut Idem (lat.) bedeutet auf Deutsch „oder das Gleiche“. Jedes Rezept hat ein Feld für drei Verordnungen. Links neben diesen Verordnungszeilen findet sich das Aut-Idem-Feld. Falls der Arzt vor einer Verordnung in diesem Feld ein Kreuz macht, so schließt er damit den Austausch des verordneten Arzneimittels durch ein anderes im Rahmen eines Rabattvertrages der Krankenkasse aus.
    Biosimilar Biosimilars sind die Nachahmerprodukte bereits zugelassener biologischer Arzneimittel, deren Patent abgelaufen ist. Der Wirkstoff entspricht dem des bereits zugelassenen biotechnologisch hergestellten Arzneimittels (=Referenzprodukt).

    Weitere Informationen für Sie finden Sie hier:
    Patienteninformation
    Fragen und Antworten zu Biosimilars
    Aktuelle Biosimilars auf dem Markt
    Festbetrag Festbeträge sind Höchstbeträge für die Erstattung von Arzneimittel-Preisen durch die gesetzlichen Krankenkassen. Das bedeutet: Die Krankenkassen zahlen nicht automatisch jeden Preis, sondern nur einen Festbetrag. So hat der Arzt, der ein Medikament verschreiben will, die Wahl zwischen mehreren therapeutisch gleichwertigen Präparaten, die er dem Patienten auf Kosten der Krankenkasse verschreiben kann. Verordnet der Arzt dennoch ein Arzneimittel, dessen Preis über dem Festbetrag liegt, so muss der Patient diesen Differenzbetrag zusätzlich zur gesetzlichen Zuzahlung entrichten. Das gilt auch für Patienten, die von der Zuzahlung befreit sind. Der Arzt ist verpflichtet, den Patienten in diesem Fall vorher darüber zu informieren.
    Generikum
    (Plural Generika)
    Generika werden auch als Nachahmerprodukte bezeichnet. Sie sind quasi die Kopie eines Original-Arzneimittels, dessen Patentschutz abgelaufen ist. Generika-Hersteller müssen belegen, dass ihre Arzneimittel mit den Original-Arzneimitteln übereinstimmen. Identisch sind die Generika mit den Original-Arzneimitteln in den Punkten Wirkstoff, Wirkstärke, Darreichungsform und Anwendungsbereich. Unterscheiden können sich Verpackung, Farbe, Form und Hilfsstoffe (z. B. Milchzucker, Stärke). Generika sind preiswerter als Originalpräparate.
    Originalpräparat Originalpräparate sind Medikamente, die einen Patentschutz haben.
    Patentschutz Dem forschenden Unternehmen, welches das Arzneimittel entwickelt hat, wird durch den Patentschutz ein zeitliches Monopol zur ausschließlichen Nutzung des Medikaments gewährt. Diese Originalpräparate werden durch den Hersteller exklusiv vertrieben. Durch den hohen Preis, den ein Hersteller für ein Originalpräparat verlangen kann, deckt er seine Forschungs- und Entwicklungskosten und erzielt Gewinn. Nach Ablauf dieser Zeit können andere Firmen eigene Präparate mit dem gleichen Wirkstoff (sog. Generika) auf den Markt bringen.
    Rabattarzneimittel Für die Rabattarzneimittel haben die Krankenkassen mit den pharmazeutischen Unternehmern zusätzliche Abschläge vereinbart. Die Apotheke ist verpflichtet, vorrangig die rabattierten Arzneimittel abzugeben.
    Rahmenvertrag nach § 129 Absatz 2 SGB V Die Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenversicherungen haben mit dem Deutschen Apothekerverband (DAV) einen Rahmenvertrag über die Arzneimittelversorgung geschlossen. Grundlage hierfür ist der Paragraph 129 Absatz 2 des SGB V. Im Rahmenvertrag sind auch die Regelungen bezüglich der Umsetzungen der Rabattverträge in den Apotheken festgelegt. Der Rahmenvertrag ist für alle Apotheken und gesetzlichen Krankenkassen rechtlich bindend.
    Zugelassene Indikation Jedes Arzneimittel ist für eine Indikation zugelassen, d. h. der Hersteller hat in seinen Zulassungsunterlagen einen bestimmten Anwendungsbereich beantragt. Dieser wird auch in der Fachinformation und im Beipackzettel aufgeführt. In den Fällen der Ersetzung durch ein wirkstoffgleiches Arzneimittel haben die Apotheken ein Arzneimittel abzugeben, das mit dem verordneten in Wirkstärke und Packungsgröße identisch und für den gleichen Indikationsbereich zugelassen ist.
    Zuzahlung bei Arzneimitteln Die Zuzahlung beträgt grundsätzlich 10 Prozent, mindestens jedoch 5 Euro und maximal 10 Euro, allerdings nicht mehr als die Kosten des Mittels. Wer sich von der Zuzahlung befreien lassen kann, erfahren Sie auf der Seite „Zuzahlungsbefreiung“. Wenn es einen Festbetrag für ein Arzneimittel gibt, muss der über dem Festbetrag liegende Betrag zusätzlich zur Zuzahlung vom Versicherten getragen werden. Bestimmte Arzneimittel können vollständig von der Zuzahlungspflicht befreit werden. Das ist dann der Fall, wenn sich Arzt und Patient gemeinsam für ein besonders günstiges Arzneimittel entscheiden, dessen Preis mindestens 30 Prozent unterhalb des Festbetrags liegt.
     
     
  • Lieferunfähigkeiten

    Wieso kommt es zu Lieferunfähigkeiten bzw. -engpässen?

    Die Ursachen für Lieferunfähigkeiten sind vielfältig und insbesondere in der Globalisierung der Märkte und den besonderen Marktgegebenheiten im Arzneimittelsektor zu finden. Die Pharmaunternehmen lassen zunehmend Medikamente von Zulieferern in Ländern im asiatischen Raum herstellen. Wenn es dort zu Problemen in der Produktion kommt, etwa durch eine Maschinenstörung oder Qualitätsprobleme, sind gleich mehrere Unternehmen und Produkte betroffen. Teilweise kaufen Unternehmer die Bestände eines Arzneimittels in einem Land auf, um es in einem anderen Land zu vertreiben. Auch dies kann zu einem Engpass beim betreffenden Medikament führen.

    Da vor allem ältere Arzneimittel weniger rentabel sind, haben Unternehmen zudem kaum Anreize, mit diesen Medikamenten im Markt zu bleiben. Wegen politischen und gesetzlichen Änderungen in einzelnen Ländern kann es zu Verzögerungen bei der Produktion kommen, wenn die Unternehmen ihre Herstellungs- und Qualitätssicherungsprozesse anpassen müssen.

    Ich bekomme nur noch Arzneimittel, bei denen ich hohe Aufzahlungen leisten muss. Bekomme ich die Mehrkosten erstattet?

    Die Bosch BKK erstattet ab sofort die Aufzahlungen, die anfallen, wenn bei Lieferengpässen nur noch ein Arzneimittel verfügbar ist, das preislich über dem sogenannten Festbetrag liegt. Der Festbetrag ist der Höchstbetrag, den die gesetzlichen Krankenkassen erstatten. Reichen Sie in einem solchen Fall Ihre Quittung bei Ihrer zuständigen Geschäftsstelle ein. Diese Erstattungsmöglichkeit gilt allerdings nicht für die übliche Zuzahlung (Rezeptgebühr zwischen 5 und 10 Euro).

    Sind die Rabattverträge schuld an den Lieferengpässen?

    Nein. Die Rabattverträge werden mit ausreichender Vorlaufzeit in einem Ausschreibungsverfahren vergeben. Das gibt den pharmazeutischen Unternehmen ausreichend Vorlaufzeit. Da die Rabattverträge grundsätzlich eine Laufzeit von zwei Jahren haben und mit einer Vorlaufzeit von einem halben bis dreiviertel Jahr geschlossen werden, haben Unternehmen sogar eine größere Planungssicherheit, welche Mengen in diesem Zeitraum benötigt werden. Mit dem Abschluss eines Rabattvertrages verpflichten sich die Unternehmen, die Lieferfähigkeit zu garantieren. Andernfalls müssen die Unternehmen Vertragsstrafen zahlen. Eine Studie des Spitzenverbandes der Krankenkassen ergab, dass in Ländern mit mehr Rabattverträgen weniger Pharmaunternehmen Lieferengpässe haben.

     
  • COVID-19

    Die aktuelle Corona-Pandemie stellt die Apotheken derzeit vor große Herausforderungen. Die Bosch BKK dankt den Apotheken für ihren großen Einsatz für unsere Versicherten in dieser schwierigen Situation. Um die Apotheken in ihrer täglichen Arbeit zu entlasten und ihnen unnötige Besuche in der Apotheke zu ersparen, lockert die Bosch BKK ab sofort die Bedienpflicht für die Rabattverträge. Das bedeutet: Wenn Sie ein Rezept in Ihrer Apotheke einlösen, kann Ihnen die Apotheke direkt das vor Ort verfügbare Präparat abgeben – unabhängig davon, ob es rabattiert ist oder nicht. So können wir einen erneuten Besuch und damit einhergehende Infektionsrisiken vermeiden.
    Alternativ bieten einige Apotheken an, das benötigte Medikament Ihnen direkt nach Hause zu liefern. Die dafür anfallenden Mehrkosten können die Apotheken direkt mit uns abrechnen – es fallen für Sie keine Zusatzkosten an.