Minijobs (Kurzfristigkeit / Geringfügigkeit)

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Detailinformationen zum Thema
  • Allgemeines

    § 8 SGB IV

    Geringfügige Beschäftigung und geringfügige selbständige Tätigkeit

    (1) Eine geringfügige Beschäftigung liegt vor, wenn

    1. das Arbeitsentgelt aus dieser Beschäftigung regelmäßig im Monat 450 Euro nicht übersteigt,

    2. die Beschäftigung innerhalb eines Kalenderjahres auf längstens drei Monate oder 70 Arbeitstage nach ihrer Eigenart begrenzt zu sein pflegt oder im Voraus vertraglich begrenzt ist, es sei denn, dass die Beschäftigung berufsmäßig ausgeübt wird und ihr Entgelt 450 Euro im Monat übersteigt.

    (2) 1Bei der Anwendung des Absatzes 1 sind mehrere geringfügige Beschäftigungen nach Nummer 1 oder Nummer 2 sowie geringfügige Beschäftigungen nach Nummer 1 mit Ausnahme einer geringfügigen Beschäftigung nach Nummer 1 und nicht geringfügige Beschäftigungen zusammenzurech-nen. 2Eine geringfügige Beschäftigung liegt nicht mehr vor, sobald die Voraussetzungen des Absatzes 1 entfallen. 3Wird beim Zusammenrechnen nach Satz 1 festgestellt, dass die Voraussetzungen einer ge-ringfügigen Beschäftigung nicht mehr vorliegen, tritt die Versicherungspflicht erst mit dem Tag ein, an dem die Entscheidung über die Versicherungspflicht nach § 37 des Zehnten Buches durch die Einzugs-stelle nach § 28i Satz 5 oder einen anderen Träger der Rentenversicherung bekannt gegeben wird. 4Dies gilt nicht, wenn der Arbeitgeber vorsätzlich oder grob fahrlässig versäumt hat, den Sachver-halt für die versicherungsrechtliche Beurteilung der Beschäftigung aufzuklären.

    (3) 1Die Absätze 1 und 2 gelten entsprechend, soweit anstelle einer Beschäftigung eine selbständige Tätigkeit ausgeübt wird. 2Dies gilt nicht für das Recht der Arbeitsförderung.

    Minijob-Zentrale: Die Bundesknappschaft ist eine gesetzliche Krankenversicherung für Bergleute, die ab 01.04.2003 die zentralen Aufgaben für die Minijobs übernommen hat.

    Bei detaillierten Fragen zu einem Minijob wenden Sie sich einfach direkt an die Bundesknappschaft. Die Kontaktdaten finden Sie rechts.

    Weitere Informationen

    Minijob-Zentrale

    Tel.: 0355 2902-70799

    Fax: 0201 384-979797

    Das Service-Center der Bundesknappschaft erreichen Sie montags bis freitags von 7:00 bis 17:00 Uhr.

     
     
  • Geringfügig

    Geringfügig entlohnte Beschäftigung

    § 8 Abs 1 Nr. 1 SGB IV

    Bei Minijobs zahlt der gewerbliche Arbeitgeber die pauschalen Beiträge zur Krankenversicherung (13 Prozent). Der pauschale Beitrag zur Krankenversicherung ist ein Solidarbeitrag, er fällt nur an, wenn der Arbeitnehmer gesetzlich versichert ist (Krankenversicherungspflichtig, Familienversichert, freiwillig Krankenversichert). Der Minijobber selbst zahlt keine Beiträge. . (Diese Pauschale ist nicht für privat krankenversicherte Minijobber zu zahlen!)

    Zur Pflege- und Arbeitslosenversicherung fallen keine Beiträge an.

    Für die Rentenversicherung fallen grundsätzlich Beiträge an. Der Minijobber kann sich auf Antrag von der Zahlung befreien lassen. Bitte beachten Sie hier die zahlreichen Möglichkeiten. (15 Prozent Pauschalbeitrag)

    Umlageversicherung (U1 – Krankheit, für Betriebe bis 30 Arbeitnehmer 0,90 Prozent, U2 Mutterschaftsauf-wendungen 0,24 Prozent, U3 – Insolvenzgeldumlage 0,06 Prozent)

    Die Unfallversicherung ist für alle Arbeitgeber auch bei Minijobbern verpflichtend. Somit ist auch der Minijobber bei einem Arbeitsunfall, Wegeunfall oder einer Berufskrankheit abgesichert.

    Steuer, hier kann eine pauschale Verteuerung erfolgen (2%), diese 2 % zahlt im allgemeinen der Arbeitgeber, der Lohnsteuerabzug ist für den Arbeitnehmer nicht ersichtlich (auf der Lohn/ bzw. Gehaltsabrechnung). ->Zahlung an die Minijob Zentrale.

    Möglich ist jedoch auch eine individuelle Versteuerung, entsprechend der Lohnsteuer -> Zahlung direkt an das Finanzamt.

    • Die Entgeltgrenze liegt vorerst weiterhin bei 450 EUR. Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld werden bei der Obergrenze von 5.400 Euro mitberücksichtigt. Entsprechend müssen diese Zahlungen beim Berechnen der Verdienstgrenze mit einkalkuliert werden. Bei einem Überschreiten der Verdienstgrenze verliert das Beschäftigungsverhältnis den Status als Minijob. Nachzahlungen von Abgaben und Steuern sind die Folge. Die Beschäftigung ist somit von Anfang an kein Minijob!
    • Der Arbeitnehmer darf diese Grenze 3 Mal pro Jahr überschreiten.
    • Neben einer sozialversicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung ist die Ausübung einer geringfügig entlohnten Beschäftigung möglich, ohne dass diese durch die Zusammenrechnung mit der Hauptbeschäftigung sozialversicherungspflichtig wird.
    • Mehrere Minijobs werden zusammengezählt. Sofern eine Person mehr als eine geringfügig entlohnte Beschäftigung ausübt und das Entgelt über der Geringfügigkeitsgrenze liegt, ist keine der Beschäftigungen mehr geringfügig.

    Für Minijobs in privaten Haushalten gilt eine geringere Abgabenquote von 14,74 Prozent

    5 Prozent Krankenversicherung

    5 Prozent Rentenversicherung

    0,9 Prozent U1 – Krankheit

    0,24 Prozent U2 – Mutterschutz

    1,6 Prozent – gesetzliche Unfallversicherung

    2 Prozent Steuern

    Besonderheiten:

    • ALG I Bezieher: wöchentlich Arbeitszeit weniger als 15 Stunden, maximales Arbeitsentgelt 165 EUR/Monat abschlagsfrei. Alles darüber wird mit dem Arbeitslosengeld verrechnet.
    • ALG II 100 EUR/Monat werden nicht angerechnet, darüber hinaus wird von jedem weiteren Euro 20% nicht angerechnet. Bei 450 EUR kann man somit maximal 170 EUR hinzuverdienen.
    • Berufsunfähigkeitsrentner: Volle Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung, es sei denn die Agentur für Arbeit stellt fest, dass keine Vermittlung mehr erfolgen kann -> keine Beitragszahlung
    • Praktikanten, sofern es sich um ein vorgeschriebenes Praktikum handelt.
    • Rentner (Regelaltersgrenze noch nicht erreicht) Zahlungen in die Rentenkasse erfolgten bis die Regelaltersgrenze erreicht wird. (-> zusätzliche Entgeltpunkte). Grundsätzlich besteht die Möglichkeit der Befreiung
    • Werkstudenten bleiben versicherungsfrei, wenn Sie mehr als 450 EUR verdienen, Voraussetzung: Während der Vorlesungen nicht mehr als 20 Stunden, oder am Abend/-Nachstunden oder Wochenenden, bzw. auf 3 Monate beschränkt. Die Semesterferien unterliegen keiner Begrenzung.
    • Etc……

    Ausnahmen - Diese Personenkreise gehören zu den versicherungspflichtigen Personen

    • Auszubildende (betriebliche, sowie außerbetriebliche Berufsausbildung
    • Behinderte Menschen in geschützten Einrichtungen
    • Bundesfreiwilligendienst
    • Duale Studenten und Praktikanten
    • EU-Ausländer mit einem Minijob in Deutschland und einem Job im Ausland - EU-Recht, Verordnung Nr. 883/2004 Art. 11 Abs. 3 Buchstage a VO (EG)
    • Jugendfreiwilligendienst
    • Jugendhilfe
    • Kurzarbeit (konjunktureller oder saisonaler)
    • Stufenweise Wiedereingliederung - § 74 SGB V bzw. § 44 SGB IX
    • Unterstützende Beschäftigung - § 55 SGV IX
     
     
  • Kurzfristig

    Merkmale einer kurzfristigen Beschäftigung:

    • Beschäftigung ist im Voraus vertraglich auf längstens zwei Monate oder 50 Arbeitstage begrenzt (z.B. Saisonal). Seit Januar 2015 gelten 70 Arbeitstage (§ 115 SG IV).
    • Sofern diese Begrenzungen nicht überschritten werden, darf der Arbeitnehmer mehr als 450 EUR im Monat verdienen.
    • Es darf keine Berufsmäßigkeit vorliegen. (Prüfung im Vorfeld durch den Arbeitgeber).
    • Maßgebend ist das Kalenderjahr, nicht das Beschäftigungsjahr

    Bei der Beurteilung (Prüfung der Sozialabgabenfreiheit) werden alle kurzfristigen Beschäftigungen zusammengezählt.

    Grundsätzlich sind bei einer kurzfristigen Beschäftigung keine Sozialabgaben fällig, Der Arbeitgeber führt jedoch Umlagen ab (U1, U2, Insolvenzgeldumlage). Auch der Lohn aus einer kurzfristigen Beschäftigung ist grundsätzlich lohnsteuerpflichtig. Die Lohnsteuer kann nach den individuellen elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmalen oder unter bestimmen Voraussetzungen mit 25 Prozent pauschalisiert werden.

    Pauschalierung ist möglich, wenn:

    • bei nicht mehr als 18 zusammenhängenden Arbeitstagen
    • die Höhe des Arbeitslohns während der Beschäftigungsdauer (Anhebung zum 01.01.2020 von 72 EUR auf 120 EUR).
    • wenn der Stundenlohn umgerechnet auf den Arbeitslohn durchschnittlich 15 EUR nicht übersteigt (alt: 12 EUR).

    Die Definition kurzfristig im steuerlichen Sinne ist abweichend zur Definition in der Sozialversicherung, daher ist es für die Pauschalierung unerheblich ob im sozialversicherungsrechtlichen Sinne eine kurzfristige Beschäftigung vorliegt, oder nicht.

    Es erfolgt keine Absicherung in der Rentenversicherung.

    Sobald feststeht, dass die Zeitgrenzen überschritten werden, tritt mit diesem Zeitpunkt (also mit dem „erkennen“ und nicht erst mit Ablauf des Zeitlimits!) Sozialversicherungspflicht ein.

    Sofern zeitgleich eine geringfügig entlohnte Beschäftigung bei einem anderen Arbeitgeber besteht, findet keine Verrechnung statt.

    Zur Fragen bezüglich der Berufsmäßigkeit informieren Sie sich bitte ausführlich, z.B. bei der Bundesknappschaft oder Ihrem Steuerberater. Nur so können unliebsame Überraschungen vermieden werden.

    Bei Vorliegen einer Berufsmäßigkeit ist die Ausübung einer kurzfristigen Beschäftigung ausgeschlossen!

    Berufsmäßigkeit liegt vor, wenn die Beschäftigung nicht von untergeordneter Bedeutung ist. (Absicherung des Lebensunterhaltes, kein bloßer Zuverdienst)

    Ausführliche Ausführungen zu Zeitgrenzen, Berufsmäßigkeit, mehrere kurzfristige Beschäftigungen, Lohn-steuer, etc… / Haufe