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Bosch BKK

Krankmeldung auf elektronischem Weg

Elektronische AU

Text: Sonja Feihle; Bild: Adobe Stock/momius

Auch im Gesundheitswesen schreitet die Digitalisierung voran: Ärzte, Krankenkassen und Arbeitgeber werden 2022 verpflichtet, die Krankmeldung auf elektronischem Weg auszutauschen.

Wer schon einmal krank war und deshalb nicht zur Arbeit gehen konnte, kennt sie: die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung – kurz AU oder auch „Der gelbe Schein“ genannt – die der Arzt ausstellt. Bisher war das eine Papierbescheinigung mit drei Durchschlägen. Das Original mussten die Versicherten an ihre Krankenkasse schicken. Ein Durchschlag ging an den Arbeitgeber bzw. das Arbeitsamt, ein Durchschlag war für die eigenen Unterlagen bestimmt, und einen Durchschlag behielt der Arzt. Diese „Zettelwirtschaft“ soll 2022 ein Ende haben: durch die Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, kurz eAU.

Die Versicherten erhalten dann nur noch eine Ausfertigung für die eigenen Unterlagen. Den Arbeitgeber informieren sie ausschließlich telefonisch. Der Arzt übermittelt die AU-Bescheinigung elektronisch an die Krankenkasse, und der Arbeitgeber fordert sie ebenfalls elektronisch bei der Krankenkasse an. Diagnosen werden dabei selbstverständlich nicht an den Arbeitgeber weitergegeben.

Für die Versicherten wird das bedeuten: Sie müssen ihrem Arbeitgeber keine schriftliche Bescheinigung mehr vorlegen, sondern ihn stattdessen unverzüglich telefonisch informieren, wenn eine Arbeitsunfähigkeit eintritt oder weiterbesteht. Der Arbeitgeber muss sich dann selbst darum kümmern, die Bescheinigung bei der Krankenkasse auf elektronischem Weg anzufordern. Bisher war es außerdem sehr wichtig, dass die Meldung der Arbeitsunfähigkeit innerhalb einer bestimmten Frist bei der Krankenkasse einging. Kam die Information verspätet, drohte der Verlust des Krankengeldes – das war gesetzlich so vorgeschrieben. Mit dem neuen Verfahren sind die Versicherten nicht mehr selbst für die fristgerechte Lieferung der AU-Bescheinigung verantwortlich. Allerdings können derzeit noch nicht alle Ärzte die elektronische AU übermitteln. Den Versicherten, deren Arzt noch nicht am eAU-Verfahren teilnimmt, empfehlen wir daher für eine Übergangsphase weiterhin, die Krankenkasse zeitnah über die Arbeitsunfähigkeit zu informieren, zum Beispiel durch die AU-Bescheinigung in Papierform. So können Verzögerungen bei der Auszahlung des Krankengeldes am besten vermieden werden, was im eigenen Interesse der Versicherten liegen dürfte.

Übrigens: Die zehn wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Arbeitsunfähigkeit haben wir auf unserer Homepage für Sie zusammengestellt: www.Bosch-BKK.de/AU