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Was bringen „Frei von“-Lebensmittel?

Im Supermarkt springen einem die grellbunten Aufschriften direkt ins Auge: Glutenfrei, laktosefrei, ohne Zusatz- oder Konservierungsstoffe und künstliche Aromen. Wie behält man den Durchblick im Dschungel der Inhaltsstoffe? Bosch BKK-Ernährungsexpertin Sabine Gabel erklärt worauf Sie beim Einkaufen achten können und was es mit den auffallenden Hinweisen auf sich hat.

Bosch BKK: Liebe Frau Gabel, worauf achten Sie persönlich beim Einkaufen im Supermarkt?

Sabine Gabel: Meist werfe ich zuvor daheim einen Blick in den Kühl- und Vorratsschrank und kaufe gezielt ein. In der Regel habe ich auch wirklich einen Einkaufszettel dabei. So vermeide ich unnötige Spontankäufe und komme gut an Werbeangeboten vorbei. Zu fast jedem Einkauf gehören bei mir auf jeden Fall Gemüse, Salate, Obst und Milchprodukte.

Bosch BKK: Darf`s auch mal Fleisch sein?

Sabine Gabel: Ja, sicher, z. B. gerne im Sommer zum Grillen, Wurst allerdings nur in Maßen. Hier sehe ich übrigens gerne, was drinnen steckt – also lieber Schinken oder Salami anstelle verarbeiteter Wurst wie Lyoner oder Leberwurst.

Bosch BKK: An welchen Lebensmittel-Labels orientieren Sie sich beim Einkaufen?

Sabine Gabel: Bei Milch zum Beispiel greife ich zu Bio. Ich kaufe auch generell sehr gerne auf dem Wochenmarkt ein, bevorzuge Regionales und nutze die Sortimente verschiedener Supermärkte. Dadurch kommt Abwechslung rein.

Bosch BKK: Welche Produkte meiden Sie?

Sabine Gabel: Sogenannte Light-Produkte wandern nie in meinen Wagen, dafür aber gerne mal eine Tafel dunkle Schokolade.

Bosch BKK: Es gibt zahlreiche Kennzeichnungen von Lebensmitteln und die buntesten Aussagen auf Verpackungen. Was hat es damit auf sich?

Sabine Gabel: Grundsätzlich unterliegt die Lebensmittel-Kennzeichnung klaren gesetzlichen Regelungen. Insbesondere die Ende 2014 eingeführten Vorgaben sorgen europaweit für mehr Transparenz und Klarheit. Den Verbrauchern bietet die Kennzeichnung eine Orientierung. Das ist wichtig. Insbesondere die Pflichtangabe zur Allergenkennzeichnung war ein Meilenstein.

Bosch BKK: Warum war die Einführung der Pflichtangaben so wichtig?

Sabine Gabel: Bei der zunehmenden Anzahl an Allergikern ist es wichtig, dass diese Verbrauchergruppe gut darüber informiert ist, was in den einzelnen Produkten drin steckt. Nicht zuletzt auch deshalb, weil Allergene schwerwiegende körperliche Reaktionen auslösen können.

Bosch BKK: Was ist mit den Angaben, die keine Pflicht sind für die Hersteller?

Sabine Gabel: Die Angaben, die der Hersteller selbst in der Hand hat wie z.B. gluten- oder laktosefrei, werden sehr präsent und daher für den Verbraucher möglicherweise verwirrend eingesetzt. Der Unterschied zwischen den Pflicht- und den freiwilligen Angaben ist vielen Verbrauchern, glaube ich, nicht bewusst.

Bosch BKK: Diese freiwilligen, sogenannten nährwert- und gesundheitsbezogenen Angaben, suggerieren dem Verbraucher möglicherweise, dass Produkte „ohne“ bzw. „frei von“ Zucker, Fett, Gluten, Laktose oder ähnlichem besser seien als andere. Stimmt das?

Sabine Gabel: Es gibt Vor- und Nachteile. Vorteil ist, dass Verbraucher, die an einer ernährungsrelevanten Erkrankung leiden, z.B. Laktose-Intoleranz oder Diabetes, hier schnelle Orientierung finden. Außerdem steht ihnen ein größeres Produktsortiment zur Wahl und der Einkauf wird für sie wesentlich einfacher. Was früher für sie z.B. nur im Reformhaus zu finden war, können sie nun auch in größeren Supermarkt-Ketten erhalten.

Bosch BKK: Und der Nachteil?

Sabine Gabel: Bei Gesunden kann tatsächlich der Eindruck entstehen, dass der Verzehr von Lebensmitteln ohne entsprechende Kennzeichnungen vielleicht nachteilig sei, denn sie geben ja keine Versprechungen über einen bestimmten Zusatznutzen. Hier lohnt in jedem Fall ein Vergleich zweier Alternativen und ein Blick auf die Inhaltsstoffe. Oftmals sind diese Produkte auch teurer. Ich stelle mir hier die Frage: Weshalb für ein Produkt „mit Aufschrift“ mehr bezahlen als für ein gleichwertiges anderes, wenn ich gesund bin und beispielsweise Laktose oder Zucker normal vertrage?

Bosch BKK: Welche Hinweise halten Sie persönlich für wichtig, welche sehen Sie eher kritisch?

Sabine Gabel: Einige der Angaben bieten hilfreiche Orientierung. Gerade Verbraucher, die z.B. Wert legen auf Tierschutz oder den Verzehr nachhaltiger oder gentechnikfreier Produkte, können davon profitieren und ihren Werten entsprechende Lebensmittel finden und einkaufen. Eher kritisch sehe ich Aussagen auf Produkten, die sehr allgemeiner Art oder sogar werblich sind und einen vermeintlichen Zusatznutzen oder gar „Gesundheitsplus“ versprechen. So kann es z.B. vorkommen, dass Verbraucher, die aus gesundheitlichen Gründen gar keinen Bedarf an glutenfreien Lebensmitteln haben, zu diesen greifen – nur für ein besseres „Gefühl“. Außerdem nehmen sie dafür fast immer einen höheren Preis in Kauf. Auch Aussagen wie „fettfrei“ oder „energiereduziert“ sollten meiner Meinung nach einfach mal kritisch hinterfragt werden. Letztlich verfolgen diese ja oftmals nur die Zwecke der Werbeindustrie und sollen zum Kauf anregen.

Bosch BKK: Abseits von allen „Frei-von“-Lebensmitteln: Was muss denn rein in die gesunde Ernährung?

Sabine Gabel: Das Thema „Gesundes Essen“ ist ja ein Mediendauerbrenner: in vielen Zeitschriften, Internetblogs, auch natürlich im Fernsehen mit Kochsendungen und -büchern. Und die meisten Menschen würden auch über sich selbst sagen, dass gutes Essen für sie wichtig ist. Meist ist die Umsetzung einer gesunden Ernährungsweise im Alltag das Problem. Hierzu zählt für mich z.B. auch eine gesunde Pausengestaltung: Zeit zum Essen, Zeit für die richtige Speisenauswahl, Zeit für gemeinsames Essen mit Freunden, dem Partner oder der Familie und nicht zuletzt Zeit für Ernährungs-Erziehung von klein auf. Prima ist es, wenn die Teller bunt sind und unsere Grundnahrungsmittel mit viel Gemüse und Obst kombiniert werden. Dann darf es natürlich auch mal ein Eis oder Schokoriegel sein.

Bosch BKK: Frau Gabel, Sie arbeiten ja bei der Bosch BKK in der Gesundheitsförderung. Was bietet denn eigentlich die Bosch BKK in Sachen Ernährung?

Sabine Gabel: Wir bieten unseren Versicherten zum einen verschiedene Online-Angebote, z.B. einen 15-wöchigen ErnährungsCoach, und fördern auch Gesundheitskurse, die jeder in seiner Umgebung besuchen kann. Für Kinder unterstützten wir u.a. regionale Projekte in Kindergärten. Auch mit unserem Trägerunternehmen Bosch setzen wir immer wieder Projekte für gesundes Essen um und erkennen z. B. eine regelmäßige gesunde Speisenauswahl in den Betriebsrestaurants in unserem Bonusmodell an. Auch die Patientenbegleiter der Bosch BKK unterstützen unsere Versicherten im Rahmen ihrer Präventionsberatung, wenn es um Themen mit Ernährungsbezug geht. So bezuschussen wir bei ernährungsabhängigen Krankheiten eine ärztlich verordnete Ernährungsberatung.

Bosch BKK: Frau Gabel, vielen Dank für das Gespräch.

Sabine Gabel: Sehr gerne.

Alles auf einen Blick: Sie möchten mehr tun für Ihre gesunde Ernährung?

Die Bosch BKK unterstützt Sie dabei!

• Online Ernährungscoach: 15 Wochen lang begleitet Sie das Online-Coaching mit Analysen, Auswertungen und Ernährungstipps. Weiter zum Ernährungscoach

• Kursfinder: Die beste Ergänzung zu einer gesunden Ernährung ist Bewegung. Unser Kursfinder enthält Präsenz- und Onlinekurse natürlich auch für das Thema Ernährung sowie außerdem für Bewegung, Suchtmittelkonsum oder Entspannung. Erfahren Sie mehr .

• Ernährungsberatung: Ihr Arzt verordnet Ihnen eine persönliche Ernährungsberatung? Wir bezuschussen bis zu fünf Beratungen pro Jahr. Weitere Informationen finden Sie hier .

! Link-Tipp: Klimaneutral, zuckerfrei, energiereduziert – nur einige von vielen Labels, die wir bei unserer Recherche auf Lebensmitteln gesehen haben. Eine übersichtliche Auflistung aller Kennzeichnungen und was es damit auf sich hat, finden Sie beim Bundesministerium für Ernährung.