Kurzdarstellung der Patientenbegleitung

Kurzportrait des Projekts
Detailinformationen zum Thema

Die Patientenbegleitung ist ein Baustein einer engen Kooperation zwischen der Bosch BKK, niedergelassenen Ärzten und Kliniken. Sie sieht den Einsatz von speziell geschulten Mitarbeitern der Bosch BKK vor, den so genannten Patientenbegleitern. Sie begleiten schwer kranke Patienten durch alle Phasen der Behandlung und besuchen sie bei Bedarf im Krankenhaus, in der Reha oder zu Hause.

Abstimmung mit dem Hausarzt

Der zentrale Ansprechpartner der Patientenbegleiter ist in der Regel der Hausarzt, er führt den Patienten durch die Behandlung. Die Patientenbegleiter ergänzen die Arbeit der behandelnden Ärzte, Therapeuten und Sozialdienste und übernehmen Aufgaben, für die der Arzt häufig nicht ausreichend Zeit hat. Sie geben Empfehlungen zu Hilfsmitteln, die den Alltag erleichtern können und vermitteln Kontakte, zum Beispiel zu Pflege- oder Sozialdiensten vor Ort. Sie unterstützen bei der Frage, welche Möglichkeiten der Rehabilitation vor Ort gegeben sind oder ob die Pflege zu Hause oder über Kurzzeitpflege organisiert werden kann. Besonders häufig helfen die Patientenbegleiter, den Wechsel eines Patienten von der stationären in die ambulante Behandlung zu erleichtern. Beispielsweise stellen sie sicher, dass der Patient nach einem Klinikaufenthalt zu Hause gut versorgt ist und minimieren so das Risiko, dass er aufgrund einer unzureichenden häuslichen Versorgung erneut ins Krankenhaus eingewiesen werden muss.

Mit diesen Maßnahmen unterstützen und entlasten die Patientenbegleiter Arzt, Kliniksozialdienst, Patient und Familie. Sie helfen, beim Patienten Ängste abzubauen und geben Anregungen, wie er selbst etwas zur Verbesserung seiner gesundheitlichen Situation beitragen kann. Aus Patientensicht spielt auch die emotionale Unterstützung eine Rolle: Denn mit dem Patientenbegleiter haben sie einen Ansprechpartner, der sich auch für Fragen und Sorgen der Versicherten und ihrer Angehörigen Zeit nimmt.

Wer wird betreut?

Während der Laufzeit der wissenschaftlichen Evaluationsstudie wurden Patienten mit einer Krebs- oder Herzerkrankung, einem Schlaganfall sowie Menschen über 75 Jahre mit einem hohen Betreuungsbedarf begleitet. Inzwischen betreuen die Patientenbegleiter auch Versicherte, die an einer höhergradigen Herzinsuffizienz, einer demenziellen Erkrankung oder an Depressionen leiden. Auch Versicherte, die ein erhöhtes Risiko einer Pflegebedürftigkeit oder einer langanhaltenden Arbeitsunfähigkeit haben, werden betreut. Nach den positiven Ergebnisse der Evaluationsstudie will die Bosch BKK nun weitere Patientengruppen in die Patientenbegleitung einbeziehen.

Interdisziplinäres Team

Das Patientenbegleiter-Team setzt sich zusammen aus Mitarbeitern mit unterschiedlichen beruflichen Qualifikationen und Erfahrungen: Neben Sozialversicherungsfachangestellten gehören auch Dipl. Pflegewirte, Krankenpfleger und Dipl. Sozialarbeiter dazu. Als Mitarbeiter der Bosch BKK können sie konkrete Zusagen zu Leistungen machen und helfen, zum Beispiel Genehmigungen zu beschleunigen. Alle Patientenbegleiter sind zu medizinischen Grundlagen, Hilfsmittelversorgung, Rehabilitation und Pflege sowie Gesundheitsförderung speziell geschult worden und haben eine Einführung ins Sozialversicherungs-, Betreuungs- und Sozialhilferecht sowie in Gesprächsführung erhalten. Damit die Zusammenarbeit mit allen beteiligten Leistungserbringern reibungslos funktioniert, bauen die Patientenbegleiter ein breites Netzwerk an Partnern vor Ort auf. Dazu zählen Ärzte, Pflege- und Sozialdienste, Rehabilitationseinrichtungen und Hilfsmittelanbieter, aber auch zu Selbsthilfe- und Sportgruppen, Brückenschwestern und Hospize.