Pflegeprävention

 
Birke mit eingeschnitztem Herz
Für ältere Versicherte: Projekt "mobil"

Im März 2008 haben die Bosch BKK und das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung (dip) ihr gemeinsames Projekt "mobil" abgeschlossen. Zentrale Fragestellung des Projekts war, ob und durch welche gezielte Maßnahmen Pflegeberdürftigkeit hinausgezögert werden kann - vor allem vor dem Hintergrund des demografischen Wandels.

Während heute etwa 82 Millionen Menschen in Deutschland leben, werden es in 50 Jahren voraussichtlich nur noch 65 bis 70 Millionen sein. Grund dafür ist die Tatsache, dass in Deutschland in den letzten drei Jahrzehnten mehr Menschen gestorben sind, als Kinder geboren werden. Dies wird voraussichtlich auch in den kommenden Jahrzehnten so bleiben.

Zugleich wird der Anteil älterer Menschen erheblich zu-
nehmen. Im Jahr 2050 wird nach Angaben des Statistischen Bundesamtes erwartet, dass bereits 50 Prozent der Menschen in Deutschland über 50 Jahre alt und ein Drittel über 60 oder älter sein werden. Heute liegt der Anteil der über 50-Jährigen bei rund 30 Prozent. Mit zunehmenden Alter der Menschen, wird sich auch die Anzahl pflegebedürftiger Menschen erhöhen. Deren Versorgung ist jedoch nach heutigem Kenntnisstand nicht gesichert.

Durch gezielte Maßnahmen kann Pflegebedürftigkeit hinaus-
gezögert werden; durchführbare Konzepte zur Erhaltung der Selbständigkeit sind im deutschen Gesundheitswesen bislang allerdings kaum vorhanden. Hier setzte das Projekt mobil an, das die Bosch BKK gemeinsam mit dem deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung e. V. (dip), Köln, entwickelt und umsetzt hat. Unterstützt wurde es von der Robert Bosch Stiftung, die sich schon lange mit Fragen der Pflege beschäftigt. Eine besondere Bestätigung: 2006 wurde "mobil" mit dem Qualitätsförderpreis Gesundheit des Sozialministeriums Baden-Württemberg ausgezeichnet. Im März 2008 wurde das Projekt mit der Durchführung einer Fachtagung abgeschlossen.

"mobil" in der Praxis
Das Projekt "mobil" sollte ältere Menschen, die trotz einiger altersbedingter Beeinträchtigungen aktiv und selbständig sind, so unterstützen, dass dieser Zustand möglichst lang erhalten bleibt. Zur Teilnahme wurden Bosch BKK-Versicherte über 75 Jahre eingeladen, die keine Einstufung in die Pflegeversi-
cherung haben. Das Beratungsprogramm setzte auf präventive Hausbesuche: Zwei speziell geschulte Gesund-
heitsberaterinnen der Bosch BKK besuchten seit April 2004 Versicherte in ihrer häuslichen Umgebung - und das drei- bis maximal fünfmal im Jahr. Gemeinsam besprachen sie, wie es um die Gesundheit bestellt ist und was jeder Einzelne für sich und sein Wohlbefinden tun kann. Dabei standen die persönlichen Ziele und Probleme im Vordergrund. Neben der körperlichen Aktivität wurden auch die Lebensgewohnheiten und das soziale Umfeld berücksichtigt.

"mobil" sollte nicht den notwendigen Kontakt zum Hausarzt ersetzen. Die Projektpartner verstanden es als ergänzendes Programm, das allgemeine Gesundheitsfragen aufgriff. Die enge Zusammenarbeit mit behandelnden Ärzten und Pflegediensten waren daher wichtige Voraussetzungen für das Gelingen des Projekts. Das dip begleitete das Projekt wissenschaftlich.

Weitere Informationen
Das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. (dip) ist im November 1999 als gemeinnütziges Forschungs-
institut gegründet worden. Als erstes fachhochschulisches
An-Institut mit diesem Arbeits-
schwerpunkt in Deutschland ist es eine Antwort auf drängende Fragen und Probleme im bundes-
deutschen Gesundheits- und Pflegewesen.
Projekt mobil
Umfangreiche Informationen für Experten aus dem Bereich Pflege- und Gesundheitsprävention bietet der Internetauftritt des Projekts: